Smartes Palmen-Gewächshaus

Fertigstellung: Februar 2019

Hier möchte ich einmal mein kleines selbstgebautes Palmen-Anzuchtsgewächshaus vorstellen.


Kurze Vorgeschichte:

Ich habe mir im Sommer 2018 einige Samen der chilenischen Honigpalme (Jubaea chilensis) gekauft - einer winterharten aber auch bedrohten Palmenart.

https://www.gartenjournal.net/honigpalme-winterhart https://de.wikipedia.org/wiki/Honigpalme

Diese Palmenart besitzt eine sehr lange Keimzeit von teilweise über einem Jahr. Inspiriert von MarVtec baute ich mir ein voll-automatisiertes Gewächshäus, in dem die Keimbedingungen auch über ein Jahr so optimal wie möglich bleiben sollten - auch um eine sichere und eventuell auch schnellere Keimung zu begünstigen...

Zum Aufbau:

Das fertige Gewächshaus besitzt eine automatische Bewässerung über 12 Spritzdüsen im Gehäusedeckel und eine 12V-Wasserpumpe in einem außenstehenden Wassergefäß. Die Bewässerung wird ausgelöst, sobald die Erdfeuchtigkeit unter eine bestimmte Grenze fällt, also zu trocken wird.
In der Erde befindet sich dazu ein kapazitiver Erdfeuchtesensor.

Desweiteren besitzt es ein Thermostat für die Erdtemperatur. Dazu befindet sich unter dem Gewächshaus eine Romberg-Heizmatte,
sowie ein Temperaturfühler in der Erde. Sobald die Temperatur unter eine eingestellte Grenze fällt, schaltet sich die Heizmatte ein.

Das Licht besteht aus zwei LED-Pflanzenlampen, die über eine Tag-/Nacht-Zeitsteuerung ein- und ausgeschaltet werden. Dann befinden sich noch zwei kleine Lüfter im Gehäusedeckel, die für einen Luftaustausch im Gewächshaus sorgen und damit Schimmelbildung vorbeugen. Die Lüfter sind entweder zeit-gesteuert oder abhängig von der Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus. Die Luftfeuchtigkeit (und die Lufttemperatur) wird über einen Sensor im Gehäusedeckel ermittelt.

Das Gewächshaus besitzt neben dem Ein-/Aus-Schalter vier weitere Schalter, mit denen man Heizmatte, Lüfter, Bewässerung und Lampen einzeln manuell ein oder ausschalten kann, sowie den Automatik-Modus aktivieren kann. Ein Display zeigt zudem alle Feuchtigkeits- und Temperaturwerte an und zeigt über zwei kleine Pfeilspitzen hinter den Werten welche Werte aktuell korrigiert werden.

Die Steuerung läuft über ein selbst-geschriebenes Python-Programm, welches auf einem Raspberry Pi 3 B+ in Dauerschleife läuft. Die Aktoren werden über ein 4-fach Relais geschaltet. Für die Stromversorgung sorgt ein 5V-Netzteil für die beiden Lüfter und den Raspberry Pi, dann ein 12V-Netzteil für die Bewässerungspumpe und die normale 230V-Netzspannung für die beiden Lampen und die Heizmatte.

Soweit zum Aufbau des Gewächshauses...

 
Zwischenfazit nach 30 Tagen:

In den ersten sieben Monaten nach Aussaat in einem normalen beheizten Zimmergewächshaus (inkl. Thermostat) keimten 6 von 24 Samen. Im achten Monat wurden alle 18 verbleibenden Samen in das neue intelligente Gewächshaus gesetzt. Allein in diesem einen Monat keimten insgesamt 11 Samen.

 

Das Gewächshaus im "The MagPi":

Das intelligente Gewächshaus ist jetzt auch im englischsprachigen Raspberry Pi Magazin "The MagPi" zu finden (Ausgabe 83 - Juli 2019, Seite 22-23).

              

 

... und im deutschsprachigen offiziellen Raspberry Pi-Magazin "MagPi" (Ausgabe 05/2019 September/Oktober, Seite 32-33)